Pfingsten im Kaiserwinkl: Heuduft statt Stauluft

Pfingsten gehört im Kaiserwinkl traditionell dem ersten Heu. Während in Walchsee beim Egaschtfest die erste Mahd des Jahres gefeiert wird und ein großer Festumzug an alte bäuerliche Traditionen erinnert, habe ich mich an diesem Wochenende für eine ruhigere Form des Pfingsterlebnisses entschieden: eine gemütliche Wanderung zur Aschinger Alm.
Statt mich am verlängerten Wochenende wie viele andere in den Stau Richtung Süden zu stellen, wollte ich ganz unkompliziert raus in die Natur, frische Luft tanken und ein paar Stunden abschalten. Genau dafür ist der Kaiserwinkl perfekt. Von Salzburg aus ist man in weniger als einer Stunde dort, ohne Stau und ohne Stress. So beginnt der Kurzurlaub praktisch schon vor der Haustür.

Durch blühende Wiesen zur Aschinger Alm
Gestartet bin ich am Wanderparkplatz Asching. Von dort führt der Weg zunächst über offene Wiesen bergauf, bevor man später in den Wald eintaucht. Die Route ist gut beschildert und angenehm zu gehen. Perfekt für alle, die einen entspannten Wandertag verbringen möchten.
Besonders schön war die Tour an diesem Pfingstwochenende, weil die Bauern gerade beim Mähen waren. Über den Wiesen lag der Duft von frischem Heu und überall blühte es in voller Pracht. Glockenblumen, Margeriten, Löwenzahn, Lichtnelken, Thymian und viele andere Blumen verwandelten die Wiesen in ein buntes Farbenmeer.
Da wundert es kaum, dass die Region weit über ihre Grenzen hinaus für ihre Heumilch bekannt ist. Wer hier unterwegs ist, versteht schnell, warum. Die Artenvielfalt auf den Wiesen ist beeindruckend und macht die Wanderung gerade im Frühsommer zu einem besonderen Erlebnis.
Doch zurück zur Wanderung: Der schattige Wald war an diesem heißen Pfingstsonntag eine echte Wohltat. Immer wieder wurde ich mit schönen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt belohnt. Die Stille, der eigene Rhythmus und die Möglichkeit, die Gedanken einfach schweifen zu lassen, machen genau diesen Reiz aus. Gefühlt wird die Welt für ein paar Stunden ein bisschen langsamer. Genau das liebe ich beim Wandern.

Ein kleiner Umweg darf sein
Da ich nicht direkt zur Alm wollte, habe ich zunächst noch die Schleife Richtung Bergstation Zahmer Kaiser genommen. Die Wege sind auch dort breit und angenehm zu gehen. Deshalb eignet sich die Wanderung sehr gut für Familien mit Kindern. Selbst mit Kinderwagen ist der Weg ideal.
Nach meiner Einkehr auf der Alm hatte ich noch Lust auf ein paar zusätzliche Kilometer und bin einfach drauf losgegangen. Das Schöne an dieser Gegend ist, dass man die Tour ganz nach Lust und Laune verlängern kann. Wer nur eine gemütliche Familienwanderung machen möchte, erreicht die Aschinger Alm ohne große Anstrengung. Wer länger unterwegs sein möchte, findet zahlreiche Möglichkeiten für zusätzliche Wege und kleine Schleifen.
Einkehr auf der Aschinger Alm
Irgendwann meldete sich natürlich auch bei mir der Hunger und ich kehrte auf der Aschinger Alm ein. Bei all den blühenden Heumilchwiesen rundherum musste etwas Passendes auf den Teller. Meine Wahl fiel auf einen Pressknödel auf Salat und der war einfach köstlich. Als Nachspeise gab es eine Topfenroulade mit Erdbeeren. Genau das Richtige als kleiner Turbo zum Weiterwandern.
Die Alm hat sich ihren urigen Charakter bewahrt. Der Gastgarten war gut besucht, die Schattenplätze heiß begehrt, die Atmosphäre gemütlich und das Personal ausgesprochen freundlich. So stelle ich mir eine Einkehr auf einer Tiroler Alm vor.

Endlich vernünftig: eine Erkenntnis in Sachen Ausrüstung
An diesem Pfingstwochenende zeigte sich der Sommer bereits von seiner heißesten Seite. Ehrlich gesagt hatte ich vor der Tour kurz überlegt, ob ich überhaupt einen Rucksack mitnehmen sollte. Die Wanderung erschien mir schließlich nicht besonders lang.
Zum Glück habe ich mich anders entschieden. Ein Liter Wasser, Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und ein Wechselshirt haben sich an diesem Tag als unverzichtbar erwiesen. Gerade bei einfacheren Touren unterschätze ich oft, wie viel Kraft die Sonne kosten kann.
Gut, dass ich mittlerweile vernünftig genug bin, eine einfache Regel immer zu befolgen: Eine kleine Grundausrüstung muss mit, auch wenn die Tour noch so gemütlich erscheint.

Wanderung und Badepause perfekt kombiniert
Nach der Wanderung war der Tag natürlich noch nicht zu Ende. Ein großer Vorteil im Kaiserwinkl ist, dass viele Erlebnisse so nah beieinander liegen. Also bin ich nach der Tour nur wenige Autominuten zum Walchsee gefahren, um mich abzukühlen.
Zugegeben: Das Wasser war zu Pfingsten noch ziemlich frisch. Aber nach einem heißen Wandertag war genau das die richtige Erfrischung. Einfach perfekt.
Während viele an diesem Pfingstwochenende stundenlang Richtung Süden unterwegs waren, habe ich die Zeit im Kaiserwinkl in vollen Zügen genossen. Ich finde, es braucht nicht immer den großen Urlaub. Manchmal reichen blühende Wiesen, eine gemütliche Alm, ein Sprung in den kühlen See und ein paar Stunden draußen in der Natur.
Für mich ist genau das Glück.

Caroline Fellinger, 41. Ist sie beruflich als Geschäftsführerin einer Kreativagentur viel in der virtuellen Welt unterwegs, genießt sie in ihrer Freizeit lieber die Natur – gleich, ob Berge, Flüsse, Seen und Wälder – Hauptsache, draußen. Beim Wandern, schwimmen, Kajak und Kanufahren im Sommer, Snowboarden und Skifahren im Winter ist sie immer auf der Suche nach Neuem.


