Geschichte, Genuss und gelebtes Brauchtum
So stimmungsvoll war das Kaiserwinkl Schmuggler-Wochenende in Kössen
Vergangenes Wochenende stand in Kössen alles im Zeichen einer legendären Tradition: Das Kaiserwinkl Schmugglerfest lockte Einheimische und Gäste aus nah und fern an. Wir waren die zwei Tage vor Ort und haben das vielseitige Programm von den historischen Pfaden bis hin zur lebendigen Fest im Ortskern mitgemacht!
Der Auftakt am Freitag: Spannende Geschichten auf dem Weg zum Klobenstein
Bereits am Freitag bildete die traditionelle Kaiserwinkl Schmugglerwanderung den perfekten Auftakt für das Festwochenende. Um 10:00 Uhr trafen wir uns gemeinsam mit zahlreichen wanderfreudigen Teilnehmern beim Infobüro in Kössen. Was diesen Ausflug zu einem echten Highlight machte: Zwei erfahrene Wanderführer begleiteten uns auf unserer Tour und ließen mit ihren spannenden Erzählungen die Vergangenheit lebendig werden.
Während wir entlang des Schmugglerweges marschierten, packten die Guides immer wieder Anekdoten aus der alten Schmugglerzeit aus. Wir erfuhren hautnah, was früher im Grenzgebiet alles heimlich über die tirolerisch-bayerische Grenze geschafft wurde: Neben den Klassikern wie Kaffee, Zigaretten, Rum und Schnaps wanderten sogar ganze Käselaibe oder Tiere über die Grenze!
Besonders faszinierend waren die Schilderungen darüber, wie clever und erfindungsreich die Schmuggler vorgingen, um nicht von den Zöllnern erwischt zu werden. Die Guides zeigten uns die versteckten Ausweichrouten, schmalen Steige und getarnten Pfade abseits des Hauptweges, auf denen man der Zollstation geschickt ausweichen konnte.
Kurz vor dem Ziel wartete dann eine Überraschung auf uns: Plötzlich standen zwei Zöllner samt einem aufmerksamen Zollhund auf dem Weg! In einer humorvollen Aktion wurden die Taschen unserer Wandergruppe auf Herz und Nieren durchsucht. Schließlich musste strengstens überprüft werden, ob nicht doch der eine oder andere heimlich Schmuggelware mit dabei hatte. Zum Glück drückten die Beamten noch einmal ein Auge zu, sodass wir alle unseren Weg fortsetzen konnten.
Am Gasthaus Klobenstein angekommen, wurden wir herzlich empfangen: Ab 13:00 Uhr sorgte mitreißende Live-Musik im Gastgarten für beste Stimmung. Bei einer Einkehr, kühlen Getränken und guten Gesprächen ließen wir den Nachmittag gesellig ausklingen – die ideale Einstimmung auf den Festtag!
Samstag im Dorfzentrum: Tradition, Musik und Nostalgie
Am Samstag verlagerte sich das Geschehen in den Ortskern von Kössen. Ab 11:00 Uhr füllte sich das Dorfzentrum und verwandelte sich in einen Schmuggler-Treffpunkt.
Musikalisch blieb von morgens bis abends kein Wunsch offen – die Live-Auftritte sorgten durchgehend für beste Stimmung. Den Vormittag und frühen Nachmittag prägten traditionelle Volksmusikklänge: Die Valterwirt's Musikanten, die Saubochmusi und die Faulpoiz Musi spielten auf. Ab 16:00 Uhr übernahm die Live-Band The Officers die Bühne. Mit mitreißenden Rhythmen brachten sie ordentlich Schwung in den Ortskern, sodass bis zum offiziellen Festende um 19:00 Uhr mitgesungen und ausgiebig getanzt wurde.
Kulinarische Schmankerl der heimischen Vereine
Was wäre ein Fest im Kaiserwinkl ohne die kulinarischen Köstlichkeiten? Die heimischen Vereine gaben an ihren Ständen wieder einmal ihr Bestes. Von frisch herausgebackenen Kiachln über herzhafte Schmuggler-Jausen bis hin zu regionalen Spezialitäten – die Auswahl ließ keine Wünsche offen und spiegelte die Tiroler Gastfreundschaft wider.
Geschichte erlebbar gemacht: Erlebnis-Zeitreise
Zwischen 12:00 und 16:00 Uhr gab es zudem Geschichte zum Anfassen: Bei der Erlebnis-Zeitreise „Schmuggeln – anno dazumal bis heute“ tauchten wir in das damalige Grenzleben ein. Mit viel Liebe zum Detail aufbereitet, veranschaulichten historische Reinszenierungen, mit wie viel Fantasie die Menschen früher vorgingen – da wurde der Schnaps schon mal im ausgehöhlten Holzscheiteln oder tief im Heu versteckt. Auch wenn die wachsamen Zöllner vor Ort fast jedes noch so ausgeklügelte Versteck aufspürten, wussten sich die Schmuggler zu helfen: Mit ein wenig Verhandlungsgeschick und der passenden „Bestechung“ durften sie ihre Reise meist doch fortsetzen.
Unser Fazit
Das gesamte Schmuggler-Wochenende hat wieder einmal bewiesen, was unsere Heimat so einzigartig macht: Ein tief verwurzeltes Bewusstsein für die eigene Geschichte, echte kulinarische Traditionen und ein unvergleichlicher Zusammenhalt.
Wir sagen ein herzliches Dankeschön an das Team vom Gasthaus Klobenstein, alle mitwirkenden Vereine, Musikanten und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die diese Tage mit so viel Herzblut auf die Beine gestellt haben! Wir freuen uns jetzt schon riesig auf das nächste Jahr!

Stefanie Hamberger, 30 arbeitet beim Tourismusverband Kaiserwinkl und ist mittendrin im Geschehen. Ursprünglich aus Bayern zugezogen, bringt sie mit viel Engagement und feinem Gespür für die Region frische Ideen ein und kennt den Kaiserwinkl aus nächster Nähe. Ob aktuelle Themen, besondere Plätze oder echte Geheimtipps – hier erwarten euch die „Insider Stories“ aus dem Kaiserwinkl!














