Zum Inhalt springen
Unterkunft buchen

#wow_kaiserwinkl

WK_Wilder Kaiser_1

Von der Konditorei zur eigenen Schokoladenmanufaktur

Manchmal entwickeln sich die schönsten Geschichten ganz ungeplant. Als Günther Mavec nach Kössen kam, wollte er eigentlich nur drei Monate bleiben, um seinen Weg zum Konditormeister fortzusetzen. Doch aus drei Monaten wurden 30 Jahre.

In der Konditorei von Fritz Schreder, die bereits seit den 1960er-Jahren bestand, fand er nicht nur seine berufliche Heimat. Gemeinsam mit seiner Frau führte er den Betrieb 21 Jahre lang und entdeckte dabei seine besondere Leidenschaft für Schokolade.

Zusammen mit Manfred Berger, genannt Frido, wagte er schließlich den Schritt zur eigenen Schokoladenkreation. Vor rund 15 Jahren entstand die Marke „Wilder Kaiser Schokolade“, aus der sich weitere Produktlinien entwickelten.

WilderKaiser_Apr2025_WEB_025



Eine süße Idee mit Blick auf den Wilden Kaiser

Die Geburtsstunde der Wilder Kaiser Schokolade war denkbar einfach: Günther und Frido saßen gemeinsam auf einer Terrasse, blickten auf das imposante Bergmassiv des Wilden Kaisers und schmiedeten Pläne für eine eigene Schokolade.

Der Name war schnell gefunden. Doch eine gewöhnliche Schokolade kam für die beiden nicht infrage. Sie wollten den Geschmack ihrer Heimat einfangen und mit außergewöhnlichen Zutaten kombinieren.

Neben Milch aus der Region sollten auch heimische Kräuter ihren Weg in die Schokolade finden. Die ersten Versuche waren allerdings eine Herausforderung. Die Kräuter blieben beim Genießen an den Zähnen kleben und sorgten nicht für das gewünschte Geschmackserlebnis.

Die Lösung kam durch einen Urlaubsgast: Ein Professor für Bodenkultur empfahl, statt der Kräuter selbst ihre aromatischen Öle zu verwenden.

Heute werden dafür sieben bis acht Kräuter in hochwertigem Bio-Öl eingelegt. Rund zwei Monate dauert es, bis die feinen Aromen in das Öl übergegangen sind. Anschließend gibt Günther die Essenzen tropfenweise zur Schokolade und sorgt so für eine besondere Geschmacksnote.

Die ersten Kreationen präsentierten die beiden beim Kasfest und trafen damit auf begeisterte Schokoladenliebhaber.

IMG_20200627_062036

Tiroler Handwerk trifft auf bayerische Schokoladenkunst

Hinter der Wilder Kaiser Schokolade steckt nicht nur eine besondere Rezeptur, sondern auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Die Schokolade stammt von der Firma Dengel aus Rott am Inn in Bayern. Das Unternehmen verfügt über eine Kakaofarm in Ecuador, bei der auf eine faire Bezahlung der Produzenten Wert gelegt wird.

Die Qualität der Kakaobohnen spielt für Günther eine entscheidende Rolle. Schließlich ist Kakao ein Naturprodukt, dessen Geschmack von vielen Faktoren beeinflusst wird. Ähnlich wie beim Wein sorgen unterschiedliche Wetterbedingungen und Böden dafür, dass die Bohnen mal herber und mal süßlicher schmecken.

Dasselbe gilt für die Milch aus den heimischen Bergen. Je nachdem, welche Kräuter die Kühe auf den Wiesen fressen, verändert sich auch ihr Geschmack.

Genau diese natürlichen Unterschiede machen jede Schokoladenkreation besonders.

WilderKaiser_Apr2025_WEB_022

Echte Handarbeit: So entsteht die Wilder Kaiser Schokolade

In der kleinen Manufaktur in Kössen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Hier wird die Schokolade sorgfältig verarbeitet, verfeinert und in Form gebracht.

Zunächst erwärmt Günther die Schokoladenmasse auf rund 55 Grad Celsius. Anschließend gibt er einen Teil davon auf eine Marmorplatte, um ihn kontrolliert abzukühlen.

Ob die Temperatur für die Weiterverarbeitung stimmt, prüft der erfahrene Chocolatier auf seine ganz eigene Weise: mit der Lippe.

Danach kommen die ausgewählten Zutaten hinzu und die beiden Schokoladenmassen werden wieder zusammengeführt. Durch dieses sogenannte Temperieren erhält die fertige Schokolade ihren charakteristischen Glanz und den richtigen Biss.

Was auf den ersten Blick einfach aussieht, erfordert jahrelange Erfahrung und ein ausgeprägtes Gespür für das Produkt.

Schokolade neu gedacht: Genuss für besondere Ernährungsbedürfnisse

Für Günther und Frido endet die Begeisterung für Schokolade nicht beim klassischen Genuss. Die beiden beschäftigen sich auch mit den natürlichen Bestandteilen des Kakaos und der Frage, wie sich daraus neue Produkte entwickeln lassen.

Gemeinsam mit Experten entstand die Idee einer besonderen Energieschokolade, die sich nach Angaben der Entwickler insbesondere auch an Menschen mit Diabetes richtet. Die Rezeptur kombiniert reinen Kakao, Kakaobutter und D-Galaktose, eine Zuckerart, die auch im menschlichen Körper vorkommt.

Bei der Entwicklung wurde unter anderem wissenschaftliche Expertise eingebunden. Daraus entstand auch die Produktlinie „Choco Med Plus“ mit den drei Varianten „Boost“, „Relax“ und „Defend“. Die Produkte greifen unterschiedliche Bedürfnisse rund um Energie und Wohlbefinden auf.

Ein weiterer Schritt ist bereits geplant: Choco Med Plus soll künftig auch in Apotheken erhältlich sein. Damit möchten die beiden ihre besonderen Schokoladenkreationen einem noch breiteren Publikum zugänglich machen.

Mehr über die Schokoladenkreationen aus Kössen erfährst du auf der Website der Wilder Kaiser Schokolade.

Uli Kaiser

Uli Kaiser

Uli Kaiser, 51, freier Journalist für Sport, Wirtschaft und Kultur, hat in seinem Leben zahlreiche Leistungssportler hautnah begleitet. Er genießt das Leben in der Natur und saugt jede kleine Nuance auf. Schwimmen, Radfahren, Wandern und Nordic Walking gehören zu seinen sportlichen Betätigungsfeldern. Ansonsten macht er sein Hobby zum Beruf. Er genießt Regionen zu entdecken und zu beschreiben, wie Menschen leben und welche Gedanken sie haben.

Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen