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Kaiserwinkl

Mit dem Mountainbike ins Habersauertal

Vom Walchsee führt uns eine weitestgehend einfache, zwischendrin aber ordentliche steile Mountainbiketour ins Habersauertal und an drei Almen vorbei.

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Am frühen Herbstmorgen liegt noch ein dicker Nebel über dem Kaiserwinkl. Nichts ist vom sonst so türkisgrün funkelnden Walchsee zu sehen, der sich unter den dicken Schwaden versteckt. Nur ganz langsam drückt die Sonne. Als wir mit unseren Mountainbikes am Ostufer des Walchsees starten, lichtet sich der Himmel mehr und mehr.

Ins Habersauertal hinein

Wir umrunden den Ebersberg auf den flachen Wegen und folgen schließlich dem Fahrweg, der ins Habersauertal führt und dem Bachlauf folgt. Zwischen den dichten Bäumen ist es am herbstlichen Morgen noch richtig frisch, aber der breite Forstweg steilt bald etwas an und so wird es gleichzeitig etwas wärmer.

Die Blätter an den Bäumen fangen schon langsam an sich zu färben und die Sonne, die nun heller und heller wird, zaubert eine beinahe mystische Atmosphäre. Wer genauer in den Wald hinein schaut, der entdeckt den ein oder anderen Pilz. Aber Vorsicht, essbar sind sie längst alle nicht und mehr als zwei Kilo dürfen sowieso pro Tag nicht gesammelt werden.

Wir sind aber zum Mountainbiken da und kommen Tritt für Tritt immer höher. Nach zwei steilen Spitzkehren zweigt schon der Weg zur Raineralm ab. Über die Schwarzenbach und Lippenalm lässt sich diese Almenrunde gut verlängern. Für Mountainbikefahrer ist sie allerdings nicht geeignet, sondern nur für Wanderer ausgewiesen.

  • Kaiserwinkl, Kühe am Radweg
  • Kaiserwinkl, Landschaft
  • Kaiserwinkl, Aufstieg mit den Mountainbikes

Panorama zum Nicht-satt-Sehen

Also folgen wir weiter der Forststraße ins Habersauertal hinein, welches sich kurz nach dem Abzweig für uns öffnet. Während im Tal unten noch letzte Nebelfetzen hängen, scheint hier oben (wir haben beinahe 200 Höhenmeter überwunden) die Sonne. Zur rechten Seite ragt der Rosskaiser auf. Am Talende blitzen die zackigen Felsgipfel des Wilden Kaisers über die sanften grünen Hügel zwischen Feldberg und Feldalmsattel.

Während neben uns glückliche Kühe grasen, begleitet uns ihr Läuten noch eine Weile beim weiteren Aufstieg. Wir passieren viele kleine unbewirtschaftete Almhütten, ein paar Pferde, die den Almsommer hier oben verbringen, nehmen Reißaus vor den langsam aufwärts tretenden Mountainbikern.

An der Aussicht können wir uns kaum satt sehen, doch nach der Habersaualm ändert sich das abrupt. Wir folgen dem Abzweig in Richtung der Gwirchtalm, es wird noch einmal richtig steil und der Blick ist nun eher auf die direkten Meter vor dem Rad gerichtet. Schwer schnaufend bringen wir dieses steile Teilstück hinter uns und am Sattel direkt unterhalb einer urigen Almhütte angekommen, pausieren wir kurz und genießen noch einmal den wunderbaren Blick ins Habersauertal.

Der Flugzeugabsturz in der Habersau

Das so lieblich dreinschauende Tal war in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs übrigens Schauplatz eines tragischen Ereignisses. Im März 1945 stürzte ein amerikanisches Flugzeug im Tal ab. 19 junge Soldaten verloren dabei ihr Leben. Unweit der Fahrstraße gibt es zwischen Gachenalm und Stefflbauernalm eine auf einem Stein angebrachte Gedenktafel, die an das Unglück erinnert.

  • Kaiserwinkl, Habersauertal
  • Kaiserwinkl, Ausblick ins Tal
  • Kaiserwinkl, Walchsee

Abfahrt zum Walchsee

Zwischen Heuberg und Ebersberg heißt es für uns nun, Abschied vom Habersauertal zu nehmen. In die Pedale getreten werden muss nun auch nicht mehr und zurück auf dem Sattel geht es an einigen kleinen Almhütten wieder talwärts. Wir folgen dem Wegverlauf, finden uns schon bald im Wald wieder. Zwischen den Bäumen schimmert es immer wieder kurz durch und als wir den Wanderparkplatz für die Heuberg-Besteiger erreichen, sehen wir was da so schön blitzt, glitzert und funkelt: Der Walchsee hat sich von seiner Nebelschicht befreit und strahlt in seinen wohlbekannten Farbschattierungen, die im sanften Herbstlicht gleich noch schöner aussehen als im Hochsommer.

Und so düsen wir die letzten Meter hinab zum Walchsee und erreichen nach etwa zwei Stunden wieder unseren Ausgangspunkt am Ostufer.

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Kaiserwinkl, Zwischen Heuberg und Ebersberg

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