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Kaiserwinkl

"SUPpen" auf dem Walchsee

Stand-up-Paddling ist auch im Kaiserwinkl möglich

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner

Etwas wacklig ist es schon, als ich mich auf das blau-weiße Brett knie. Schließlich überträgt sich jede meiner Gewichtsverlagerungen sofort – und könnte fatale Folgen haben und im kühlen Nass enden. Obwohl, so richtig kalt ist es nicht. Der Walchsee gilt als einer der wärmsten Badeseen Tirols. Und heute ist das 26 Grad warme Wasser des Sees zwar eine Erfrischung, aber keinesfalls ein Kälteschock für den Körper. Und so teste ich gemeinsam mit meiner Freundin an einem Sommernachmittag das Stand-up-Paddling, kurz SUP.

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Karl²O - das Wassersportzentrum am Walchsee

„Wir bieten seit 2016 das Stand-up-Paddling an, und es kommt sehr gut an“, freut sich Stefan Simon vom Wassersportzentrum Walchsee. Das liege vor allem daran, dass nahezu jeder diesen Sport ausüben kann. Schließlich biete das Stehpaddel-Brett mit 1,80 bis 4 Metern und einem Volumen zwischen 100 und 250 Litern eine viel größere Standfestigkeit als ein Surfboard, sodass auch Kinder diese Sportart schnell beherrschen. „Es kann bei uns jeder, der gut schwimmen kann, das Stand-up-Paddling ausprobieren“, fügt er hinzu. Das sei die einzige Voraussetzung.

Das Wassersportzentrum Walchsee greift auf eine sehr lange Familientradition zurück. Der See ist seit über 100 Jahren in Familienbesitz und seit jeher wurde der Walchsee für Freizeitaktivitäten genutzt. Bereits 1928 wurde das erste Strandbad in Österreich, in welchem Männer und Frauen gemeinsam baden konnten, von der Familie Karl eröffnet. Das Wassersportzentrum an der Kirchgasse 7 wurde dann vor sechs Jahrzehnten von Karl Karl gegründet. Seit dieser Zeit besteht auch der Bootsverleih, und es wird auf dem Walchsee Wasserski gefahren. „Zu seinen Ehren und in Verbindung mit unserem Element Wasser nennen wir nun das Wassersportzentrum Karl²O“, erklärt Stefan Simon.

So wird heute Spaß für die ganze Familie angeboten – von Wasserski über den Elektro- und Tretbootverleih bis zum Stand-up-Paddling, für das vier Touren-SUPs und Allrounder-SUPs zum Verleih parat stehen. „Wir empfehlen den Wassersportlern zuerst auf Knien anzufangen und so kniend oder sitzend den Bootsbereich zu verlassen und dann erst im freien Wasser aufzustehen“, erklärt Stefanie Palm vom Wassersportzentrum. So könne auch niemand verletzt werden.

Auf die Bretter, fertig los!

SUP Walchsee

Gesagt, getan: ich gleite kniend vom Ufer in Richtung Seemitte und stehe dann langsam auf. Das Stechpaddel geschickt eingesetzt, kommen meine Freundin und ich schon bald auf eine gute Geschwindigkeit. Unser Ziel, eine kleine Insel inmitten des 100 Hektar großen Walchsees, erreichen wir nach etwa zehn Minuten. Wir lassen uns treiben und genießen einerseits den Blick aufs Kaisergebirge in die eine Richtung und auf den Ort Walchsee in die andere, aus dessen Mitte der Kirchturm hervorsticht.

Dann geht es langsam weiter, das Einsetzen des Stechpaddels geht in eine angenehme Routine über, und wir erkunden den schönen See. Enten schwimmen an uns vorbei, und in der Ferne ist ein Wasserskifahrer zu sehen. Doch auch wenn es auf dem SUP eher gemütlich zugeht, werden viele Muskelgruppen aktiviert und Gleichgewichtssinn und Körperspannung erfordert. „Der ganze Körper wird genutzt“, sagt Steffi.

Das Stehpaddeln erfreut sich einer enormen Beliebtheit. Doch dieser Sport ist nicht neu: Es handelt sich im Grunde um eine Wassersportart, die ihren Ursprung schon vor vielen Jahren in Polynesien hatte. Polynesische Fischer haben sich in ihren Kanus stehend vor Tahiti auf dem Meer fortbewegt. Auf Hawaii, dem Ort, wo das Surfen erfunden wurde, war Stand-up-Paddling der Sport des Königs. Nur Auserwählte durften sich außer ihm stehend fortbewegen. Später nutzten Surflehrer auf Hawaii vermehrt das Stehpaddeln, weil durch sie die erhöhte Position auf dem Board einen besseren Überblick über die Surfschüler hatten.

Mittlerweile ist es ein echter Trend geworden, weil man sich damit an verschiedenen Seen vergnügen kann.
Bei den Boards handelt es sich übrigens um eine spezielle Variante eines Surfbretts. Der Sportler steht auf dem Brett und bewegt sich mit einem Paddel vorwärts. Es sind zwischenzeitlich viele verschiedene Varianten vertreten. Beispielsweise das SUP-Surfing, bei dem das Paddeln mit dem Wellenreiten kombiniert wird.
Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt auch Wettkämpfe im Stand-up-Paddling. „Das ist am Walchsee allerdings noch nicht der Fall“, sagt Stefan Simon abschließend.

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