Naturerlebnis für die ganze Familie
Schmugglerweg Klobenstein mit Kids
Der Mai beschenkt uns mit Frühlingsstimmung und beinahe Sommertemperaturen. Uns steht der Sinn nach Bewegung in der Natur, allerdings soll auch Schatten und Abkühlung vorhanden sein. Welcher Ausflug wäre da wohl besser geeignet als eine Wanderung über den Schmugglerweg zum Klobenstein.

Start hinter dem Nordic Center in Kössen
So packen wir unsere Sachen und düsen los Richtung Kössen. Den Parkplatz nutzen wir direkt hinter dem Nordic Center in Kössen. Dort startet unser Weg zu Beginn über ein wenig Asphalt Richtung Entenlochklamm. Nach kurzer Strecke geht es aber so richtig los und wir erklimmen eine etwa 50 Stufen zählende Treppe, um zum gemütlichen Wanderweg durch den Wald zu gelangen. Die Kinder sind motiviert, entdecken viele spannende Sachen am und neben dem Weg und sogar unsere Infos zu Flora und Fauna scheinen sie zu interessieren und regelrecht aufzusaugen. Der Pfad ist recht gut abgesichert, ein Kind allein loszuschicken wäre wahrscheinlich keine gute Idee, aber in Blickdistanz können sie sich ohne Sorge frei bewegen und alles ein wenig erkunden. Über umgefallene Baumstämme balancieren, kleine Kletterrouten bezwingen und manch herrliche Blumen pflücken, die wir natürlich unbedingt mit nach Hause nehmen. Der gesamte Weg ist gesäumt von kleinen Kreuzweg – Marterln, die das Leiden Jesu den Passanten näher bringen.

1. Stopp
Unsere erste Rast legen wir bei einem kleinen See oder besser gesagt Tümpel ein, im eiskalten Wasser spiegelt sich unser Antlitz und das Plätschern beruhigt ungemein. Nur nicht unsere Mädels, die wollen gleich wieder weiterwandern, nächste Entdeckungen machen und die Hängebrücke, welche von unserer letzten Klobenstein - Begehung noch fest im Gedächtnis blieb, finden. So zieht es uns weiter, vorbei an der Aussichtsplattform mit herrlichem Blick über die Entenlochklamm, die zwei Hängebrücken, Klobenstein, Gasthaus und herrlichem Naturpanorama, einfach schön.

Peter Mayr im geklobenen Stein
Klobenstein
Das 1. Maiwochenende mit Traumwetter hat nicht nur uns angelockt, so viel Andrang haben wir hier noch nie erlebt, keine Überfüllung, aber reges Treiben. Wir wandern weiter zu den Hängebrücken, bei der zweiten davon kann man auch Gletschermühlen besichtigen, in denen der schmelzende Gletscher nach der Eiszeit mithilfe der mitgeführten Sedimente große Löcher in den Stein fressen konnte. Die Brücken sorgen für Faszination bei Kindern und Erwachsenen, auch wenn die ersten Schritte auf dem Gitterrost in schwindelerregender Höhe doch ein wenig furchteinflößend wirken. Aber beinahe noch mehr fasziniert waren meine Kinder vom Steingesicht direkt neben dem Weg, bei dem man mit leichter Änderung der Augen und Nase doch einen Stimmungswechsel beobachten konnte, einzig sein Grinsemund war fixer Bestandteil. Um unseren Ausflug als Wallfahrt durchgehen zu lassen, war der Besuch der Kirche Pflicht. Der geklobene Stein, der Sage nach hat sich der herabrollende Stein nach einem Stoßgebet zur heiligen Maria vor einer gläubigen Bäuerin gespalten und so ihr Leben verschont, wurde von uns natürlich auch durchschritten. Wer dies schafft, ohne die Felswände zu berühren, darf sich der Sage nach im Anschluss darauf etwas wünschen und dies geht auch in Erfüllung. Das kann stimmen, der Zeitpunkt dafür dürfte aber laut meiner schon häufigeren eigenen Erprobung doch recht weit in der Zukunft liegen. Geduld ist somit auf jeden Fall gefragt 😉
Bei dem direkt angrenzenden Gasthaus Klobenstein kann man sich bewirten lassen, bei Schönwetter ist aber die einzigartige Terrasse das Highlight schlechthin. Viele ganz unterschiedliche Plätze, Sitzecken, Tischkombinationen und stimmige Bereiche auf unterschiedlichen Ebenen versprühen Charakter zwischen Almhütte, Märchen und Auenland. Nur eine kurze Erfrischung nehmen wir hier ein bevor unsere Kinder Richtung Flußlauf drängen. Steine werfen, Steine sammeln, eiskaltes Wasser durchschreiten bis die Füße schmerzen und dann noch die Ankunft des Deutschen Lebensrettungs Verbandes mit einigen Booten zu beobachten ist ein spannendes Erlebnis.
Doch irgendwann machen wir uns wieder auf den Rückweg, über die Hängebrücke. Den Hügel wieder hoch und auf einem etwas anderen Heimweg entlang eines sehr großzügig angelegten Wald-Rastplatzes. An einem Bereich wurden schon zahlreiche Steinmandln errichtet, da konnten meine Girls auch nicht widerstehen und übten sich recht geschickt im Lego der Natur. Nach gelungener Errichtung ging unsere Wanderung weiter entlang des bekannten Weges, zurück Richtung Auto.
Wir haben den Tag heute sehr genossen. Die Attraktionen für die Kinder bestehen nicht aus Klettergerüsten, Rutschen, Hochseilgärten oder Schaukeln, eher steht auf diesem Weg die geerdete Naturnähe im Vordergrund. Tannenzapfen, Wasser, Steine schlichten, über Stämme balancieren. Da werden Erinnerungen an die eigene Kindheit in der Wildnis ohne urbane Einflüsse wach, auch die junge Generation erlebt noch Faszination in der Bodenständigkeit.

Peter lebt in Walchsee und arbeitet als Diätkoch im Krankenhaus. Er genießt seine Freizeit am liebsten draußen in der Natur. Im Winter Schi fahren, Langlaufen und ein wenig Snowboarden, im Sommer beim Laufen oder Rennrad fahren. Wenn es mal hoch hinaus gehen soll ist Peter mit dem Mountainbike oder Wanderschuhen in den Bergen unterwegs. Bewegung ist meist angesagt, mal alleine aber am liebsten mit Familie.










