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Kaiserwinkl

Rauf auf den Taubensee

Mit einem Abstecher zur Frankenalm

Caroline Fellinger

Caroline Fellinger

Ich gehe gerne in die Berge, entdecke die wilde Natur und genieße das Panorama am Gipfel. Mein Liebster teilt diese Leidenschaft nicht unbedingt. Er geht zwar gerne wandern, aber auf keinen Fall bergsteigen. Trotzdem fahren wir gemeinsam in den Kaiserwinkl und beschließen auf einen Berg zu gehen.

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Im Vorfeld schaue ich auf der Website und auch in der Wanderkarte nach, was sich für uns gut eignen könnte: Gerne länger, aber eben nicht zu steil. Nachdem wir beide das Wasser lieben, springt mir die Tour zum Taubensee sofort ins Auge - das einzige Problem: Die 620 Höhenmeter könnten dann vielleicht schon unter Bergsteigen fallen. Mein Mann wischt meine Bedenken zur Seite und so kann es losgehen.

Wir starten vom Waldschwimmbad in Kössen, wo wir nach ein paar Metern vom Summen der Bienen empfangen werden. Kein Wunder, denn die Blumen und Kräuter stehen gerade in voller Pracht. Wenig später geht es in den Schwarzwald hinein und gleich ziemlich steil bergauf. Ich verfalle in meine Bergauf-Meditation: Schritt um Schritt, Atemzug um Atemzug. Die Gedanken schweifen davon, gehen ihre eigenen Wege. Mein Mann ist immer dicht hinter mir und wir kommen beide bald ins Schwitzen. Ich genieße diesen angenehmen Zustand der Anstrengung.

Wohin des Weges?

Die Almlandschaft hier ist einfach bezaubernd. An den satten grünen Wiesen, die so viele verschiedene wilde Kräuter beheimaten, kann ich mich kaum satt sehen. Wir entdecken Oregano, Thymian, Minze, Blutwurz, Augentrost und vieles mehr. Nachdem es jetzt ganz gemächlich bergauf geht, plaudern wir viel und genießen die Zeit zu zweit. Immer wieder kommen wir zu Weggabelungen, wo wir uns entscheiden müssen, wie wir weitergehen. Nicht immer wählen wir den längeren Weg. Wir sind jetzt beide schon gut in unserem Rhythmus.

An einem kleinen Bach machen wir eine Pause und bewundern die Schmetterlinge, die um uns herum tanzen. Mein Mann füllt unsere Wasserflasche nach. Wir lachen darüber, dass meine Mama immer gesagt hat, wir sollen das Wasser aus Bächen nicht trinken, es könnte ja sein, dass weiter oben ein Reh im Wasser verendet ist. Uns schmeckt das eiskalte Wasser trotzdem, gibt es doch nichts Erfrischendes.

Das letzte Stück vor der Taubenseehütte hat es noch einmal so richtig in sich: Es geht steil bergauf, doch das Ziel liegt zum Greifen nah und wir wandern stumm nebeneinander her. Dafür sind die letzten 10 Minuten zum Taubensee eher ein Spaziergang. Hier sind dann auch einige andere Wanderer unterwegs, beim Aufstieg sind wir kaum einer Menschenseele begegnet.

Plötzlich liegt er vor unseren Füßen, idyllisch eingebettet in die Berglandschaft: Der Taubensee. Sein klares, grünes Wasser hat einige Wanderer zu einem Bad gelockt. Wir haben leider kein Badezeug mit und betrachten die Schwimmer nicht ganz ohne Neid. Aber die schöne Natur um den See verdrängt diesen schnell. Wir setzen uns auf zwei Steine und genießen die Sonne und die vielen Grüntöne um uns herum.

Ab zur Frankenalm

Irgendwann brechen wir wieder auf und machen uns an den Abstieg. Wegen dem Tipp einer Freundin nehmen wir noch einen kleinen Umweg auf uns und kehren bei der Frankenalm ein. Die Wirtsleut heißen uns herzlich willkommen und wir fühlen uns gleich wohl. Zur Stärkung gibt’s einen Radler und ein riesiges Speckbrot für jeden von uns. Nachdem die Nachspeisen auch so einladend aussehen, gönnen wir uns noch einen selbstgebackenen Kuchen, der genauso schmeckt wie er aussieht: einfach unwiderstehlich.

Mit neuer Energie machen wir uns auf den Weg zurück ins Tal. Diesmal nehmen wir den direkten Weg und sind froh, dass wir diesen nicht hinaufgegangen sind. Die erste Abzweigung zu nehmen, war für uns goldrichtig. Denn so kommen wir fröhlich unten an und sind beide begeistert von der Wanderung. Ja, ich habe Glück gehabt: Die Wanderung zum Taubensee fällt gerade noch nicht unter Bergsteigen.

  • Frankenalm

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