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Kaiserwinkl

Der Heuberg

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Andreas Gruhle

Andreas Gruhle

Ein Klassiker aus dem Kaiserwinkl fürs ganze Jahr. Der Heuberg ist der stille Wächter über dem Walchsee und in einer weitestgehend einfachen Rundtour zu erklimmen.

11 walchsee

Doch welcher Heuberg ist es eigentlich? Beim Blick auf die Karte fällt nämlich auf, dass es nicht nur den einen gibt. Gar nicht weit entfernt, knapp jenseits der Grenzen des Kaiserwinkls auf deutscher Seite hoch über dem Inntal thront ein weiterer Heuberg. Eine zu Stein erstarrte Sennerin mahnt die Wanderer dort heute noch vor Bösartigkeit und Missmut.

Der Heuberg im Kaiserwinkl dagegen wirkt auf den ersten Blick auch nicht sonderlich einladend. Seine steil hinab zum Walchsee abfallende Nordseite ist dicht bewaldet, fast schon undurchdringlich scheint sie. Woher der Heuberg seinen Namen haben soll, wird da nicht klar. Bei der einfachen Rundtour auf seinen Gipfel aber schon. Denn die nördlichen Ausläufer des 1.603 Meter hohen Bergs sind voll saftiger Wiesen, wo sich bis Mitte September das Almvieh tummelt und genüsslich satt frisst.

Von Durchholzen ins Winkelkar

Ausgangspunkt der Wanderung auf den Heuberg ist Durchholzen. Am Fuß vom Hochberg startet die Tour, die zunächst bis hinein ins Winkelkar führt. Während der Bach mal links mal rechts vom Weg nach unten rauscht, kommen die nach Norden abfallenden Wände des Zahmen Kaisers immer näher. Kein Weg führt hier hinaus, so wirkt es zumindest. Obendrein braucht gerade im Frühling und Herbst die Sonne lang bis sie den Talboden erreicht und für Wärme sorgt. Warm wird es im Anschluss aber so oder so.

Während die ambitionierten Kletterer und Bergsteiger sich hinter der Großpointeralm in Richtung des Klettersteigs zur Pyramidenspitze verabschieden, folgen Wanderfreunde den Markierungen nach links und in Richtung Heuberg. Steiler und steiniger wird es während der Steig hinauf zum Heubergsattel führt und den Puls in die Höhe schießen lässt. Zwar ist die gesamte Wanderung auch für Kinder gut machbar, mit dem Kinderwagen ist spätestens hier aber kein Durchkommen mehr.

Die verfallene Jöchlalm

Während sich der Herbstwald langsam aber sicher lichtet, kommt bald zum ersten Mal das Gipfelkreuz in Sichtweite. Die verfallene Jöchlalm, zu der immer noch eine Materialseilbahn führt, mahnt vor den Gefahren des Gebirges. Im Winter 2009 wurde die von einer herabdonnernden Lawine komplett zerstört. Nur noch die Grundmauern sind heute erkennbar.

Einmal passiert, ist es zum Gipfel nicht mehr weit. Am Sattel treffen die anderen Aufstiegswege aufeinander und nach weiteren 15 Minuten ist das Gipfelkreuz erreicht. Eine kleine Bank und der sagenhafte Blick auf den funkelnden Walchsee belohnen für den etwa zweistündigen Aufstieg.

Die Wände über dem Winkelkar wirken zum Greifen nahe und sind doch soweit weg. Auch die an Schroffheit in nichts nachstehenden Zacken des Wilden Kaisers blitzen nun heraus. Äußerst prägnant am südlichen Horizont: Das Ellmauer Tor zwischen Ellmauer Halt und dem Massiv rund um Totenkirchl und Fleischbank, wo sich die Elite der Kletterer noch heute die Klinke in die Hand gibt.

Über Almen und Wiesen zurück

Geklettert werden muss am Heuberg aber weder beim An- noch beim Abstieg. Zurück zum Sattel geht es auf gleichem Weg und schließlich über die südöstlichen grasigen Ausläufer hinab zur Hageralm. Über 300 Jahre ist die Hütte bereits alt und bis Mitte Oktober wird hier auch Käse hergestellt, der über dem Ofen geräuchert wird. Hinter der Wolfingeralm führt der Steig wieder in den Wald hinein, der erst am Heuberg-Parkplatz wieder verlassen wird. Der Walchsee, mittlerweile beinahe einen Katzensprung entfernt, ist ständiger Blickfang auf den letzten Metern zurück nach Durchholzen.

Der Heuberg im Winter

Auch im Winter ist der Heuberg ein gern besuchter Berg. Dann erfolgt der Anstieg aber nicht vom Winkelkar aus. Zu steil und lawinengefährdet wäre diese Variante. Dagegen erfolgt die Skitourenroute über Gwirchtalm, Wolfingeralm und Hageralm und mündet schließlich in den Hang zum Jöchl und den gewohnten Gipfelanstieg.

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