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Kaiserwinkl

Auf Schmugglerspuren in den Advent

Eine mystisch-fazinierende Adventwanderung

Roland Aigner

Roland Aigner

Es ist der erste Advent und es drängt uns noch gar nicht auf einen Weihnachtsmarkt. Viel zuviel Herbst ist es noch draußen – und daher geht’s ab in den Kaiserwinkl zu einer mystisch-faszinierenden Adventwanderung.

Der Winter will noch nicht so ganz und der Herbst ist auch schon ein wenig müde. Was man bei diesem Wetter am besten gegen die nahende Winter-/Schnell-wird-es-dunkel-Depression machen kann, ist rausgehen in die Natur. Eine große Gipfelwanderung kommt aufgrund des instabilen Wetters nicht in Frage. So beschließen die beste Begleiterin von allen, meine Tochter mit dem unbändigen Bewegungsdrang, und ich in ungewöhnlicher Einigkeit, dass es an diesem ersten Adventwochenende eine etwas intensivere, aber leichte Talwanderung werden sollte. Schnell einigen wir uns auf den Schmugglerweg in unserer Lieblings-Outdoorregion Kaiserwinkl. Dieses herrliche, natürliche Tal der Klobensteinschlucht, das Tirol und Bayern verbindet und durch das sich die Tiroler Ache teilweise mächtig, teilweise verwinkelt schlängelt stand schon länger auf unserer Wanderliste. Grundsätzlich ist die Wanderung auch eine perfekte Alternative für heiße Sommertage, da dann der Bergwald und das Wasser kühlend wirken. An diesem ersten Dezemberwochenende brauchen wir keine Kühlung. Aber mit guter Wanderkleidung war es ein perfektes Wanderwetter. Die Wanderung kann direkt im Ort begonnen werden, wobei hier eine kurze Strecke über die Hauptstraße zurückzulegen ist. Daher entschließen wir uns, dass wir die Wanderung etwas außerhalb von Kössen, in der Nähe der Staffenbrücke beginnen (Die Abzweigung dazu ist in unmittelbarer Nähe vom Giesswein Shop).

Der Schmugglerweg ist perfekt beschildert – einfach den gelben Wegmarkierungen „Schmugglerweg“ oder „Klobenstein/Hängebrücke“ folgen. Um diese Zeit ist nicht wirklich viel los und daher kommen wir schnell voran. Selbst die Tochter mit dem unbändigen Bewegungsdrang genießt die Ruhe und marschierte beinahe meditativ dahin. Der Weg steigt im schon lichten Bergwald leicht an und man gewinnt unangestrengt etwas Höhe.

Auffallend ist, dass auch um diese Zeit noch viele Pflanzen, vielleicht motiviert durch den besonders heißen Sommer und den herrlich sonnigen Herbst, in frecher, jahreszeitenverachtender Art und Weise blühen oder es zumindest versuchen. Nach kurzer Steigung gelangen wir an den „Peak“ unserer heutigen Wanderung und es eröffnet sich ein gewaltiger Blick auf das türkisfarbene Wasser in der engen Schlucht.

Weiter geht es über steile Stufen (Achtung, wenn es nass ist und Blätter liegen, helfen die besten Bergschuhe nichts) hinunter zur spektakulären Hängebrücke. Da das Wetter nicht unbedingt zum Jausnen auf den breiten Kiesbänken einlädt, setzen wir unsern Weg Richtung Wallfahrtskirche Klobenstein fort. Immer wieder fasziniert der Weg mit besonderen Blickwinkeln auf die legendenumwobene Schlucht. Dass hier Schmuggler, Säumer, Glücksritter und viele andere Abenteurer von Nord nach Süd und umgekehrt gereist sind und sich dabei allerlei ereignet hat, macht den Weg auch für Kinder spannend. (Tipp an die Eltern: Daheim schon einige Geschichten erfinden.)

Advent heißt ankommen. Unser Ziel der heutigen Wanderung heißt: Wallfahrtskirche Klobenstein. Eine besondere Anziehung hat für uns die kleine Marienkapelle, die knapp unterhalb der Kirche steht. Nach einer kurzen Einkehr machen wir uns, nach einem Blick meiner Tochter auf die Uhr, auf den Rückweg. Anfang Dezember dämmert es schnell und wir wollen noch vor der Dunkelheit am Ausgangspunkt zurück sein. Da das Gasthaus Klobenstein um diese Zeit geschlossen hat, fällt uns diese Entscheidung noch leichter. Das „Gipfelbier“ des Tages (irgendwo gibt es immer einen Gipfel bei einer Wanderung) genehmigen wir uns dann noch im Ort Kössen. Der Schmugglerweg ist eine einfache Wanderung, für den es eine perfekte Zeit gibt: nämlich jede!

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