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Auf der Jagd

Der Bogenparcour in Kössen

Caroline Fellinger

Caroline Fellinger

Mit meinem Sohn im Gepäck, gehen wir heute auf die Pirsch. Keine Sorge, wir sind natürlich nicht auf der Jagd nach echten Tieren. Aber wir haben uns Großes vorgenommen: Wir wollen mit Pfeil und Bogen 29 Tiere am 3D-Jagdparcour des Bogensportclub Kössen erlegen.

Einmal Pfeil und Bogen, bitte

Da wir noch keine eigene Ausrüstung besitzen, fahren wir zu Natur und Sport und borgen uns dort Pfeil und Bogen aus. Wir werden gut beraten, da wir nicht genau wissen, welche Bögen die richtigen sind – immerhin soll uns ja nicht nach ein paar Tieren die Hand abfallen. Nachdem wir die passende Ausrüstung haben, bekommen wir noch eine kurze Auffrischung für das richtige Schießen mit Pfeil und Bogen. Das ist sehr gut, denn das letzte Mal ist schon wieder ein Jahr her.

Auf in den Parcours

Nach einem kurzen Weg durch den Wald, kommen wir zum Startplatz des Bogenparcours. Wir tragen uns ein, bezahlen die Gebühr am Infokasten und sind schon wieder weg, denn das erste Tier wartet darauf von uns erlegt zu werden. Durch den Parcours werden wir mit Pfeilen und Fotos von den Tieren geführt. Und doch ist es nicht immer so leicht, das nächste Tier zu entdecken. Viele tarnen sich perfekt im Dickicht des Waldes. Die Marker für den Abschuss sind wesentlich einfacher zu finden.

Jede*r von uns hat sechs Pfeile und zu Beginn zählen wir noch fleißig mit, wer wie viele Pfeile getroffen hat. Doch schon bald verlieren wir die Lust am Wettkampf und sehen uns als Team: Wir feuern uns gegenseitig an. Wenn jemand nicht getroffen hat, darf er es auch noch mit einem Pfeil mehr versuchen.

Nicht immer sind unsere Treffer erfolgreich. Etliche Pfeile versinken im Waldboden, stecken in Baumstümpfen oder in den Platten, die zur Sicherheit hinter manchen Tieren angebracht sind. Umso größer ist jedes Mal der Jubel, wenn wir treffen und ja, man glaubt es kaum, aber oft gelingt es uns tatsächlich mit allen Pfeilen. Allzu laut fallen unsere Freudenschreie trotzdem nicht aus, wir wollen ja die echten Tiere im Wald nicht erschrecken.

Nachdem alle Pfeile geschossen wurden, geht es ans Einsammeln. Das ist der mühsame Teil, vor allem wenn viele Pfeile im Nirwana gelandet sind. Aber mit viel Geduld, wachsamen Augen und einen großen Portion Glück finden wir immer alle. Auch wenn es einmal fast eine Viertelstunde dauert.

Pause mit gekühlten Getränken

Nach gut der Hälfte entdecken wir einen Wegweiser, der uns sofort fröhlich stimmt, denn er führt uns zur “Labe”. Unser Wasservorrat ist schon fast zu Ende und so kommt uns der kühle Radler und das eiskalte Cola am Startplatz sehr gelegen. Wir genießen die Pause, aber unser Jagdinstinkt ist zu stark: Sobald wir ausgetrunken haben, machen wir uns wieder auf den Weg. Immerhin warten noch ca. 15 Tiere auf uns.

Wir wandern weiter und mein Sohn vergisst beim Bogensport vollkommen, dass er eigentlich eine ziemlich weite Strecke zurücklegt – kein Jammern, Meckern oder Murren kommt aus seinem Mund. Ich genieße das, genauso wie die frische Luft im Wald.

Am Start am Ziel

Nachdem wir die Runde fertig gegangen sind, kommen wir ans Ende und somit wieder zum Startplatz zurück. Wieder erfreuen wir uns an den gekühlten Getränken, aber noch viel mehr an die Tieren und Zielscheiben, die hier überall rumstehen. Voller Eifer schießen wir Pfeil um Pfeil. Wir erfinden verschiedene Wettbewerbe, z.B. wer am schnellsten alle Pfeile schießen kann, und haben sehr viel Spaß.

Wir bekommen einfach nicht genug. Doch nachdem wir keine Jause mitgenommen haben, zwingen uns die immer lauter knurrenden Mägen irgendwann dazu aufzuhören und wieder nach Kössen zurückzufahren. Die Spinne am Rückweg muss trotzdem noch mal dran glauben und bekommt schlussendlich alle 12 Pfeile ab. Tschaka!

Glücklich und mit viel Adrenalin geladen, beschließen wir: Wir kommen wieder! Das nächste Mal vielleicht schon mit einer eigenen Ausrüstung.

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